Corona – Vergleich zur Grippe

AKTUALISIERT: 24. November 2020 * LESEZEIT ~ 10 Min.

COVID-19, die durch das Coronavirus Sars-Cov-2 ausgelöste Krankheit, hat verschiedene Symptome die der Grippe ähneln aber auch Alleinstellungsmerkmale. Ich möchte in diesen Beitrag einmal auf die Krankheit COVID-19 eingehen und mit der Grippe, bzw. Influenza Vergleiche ziehen. Ob das überhaupt möglich ist, möchte ich ebenfalls klären.

COVID-19 vs. Influenza

Zunächst möchte ich auf die Symptome eingehen.

Beide Krankheiten zeigen:

  • häufig Fieber
  • trockenen Husten
  • gelegentlich Halsschmerzen
  • selten Niesen

Bei der Grippe

  • kommt es häufig zu Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Schnupfen.

Bei COVID-19

  • kann es zu kurzzeitigen Verlust des Geruchssinns oder in seltenen Fällen des Gehörs kommen.

Die Statistik

Stand: 17.11.2020 (Quelle)
** wird erst seit der 17. Kalenderwoche erfasst (ab 20.04.2020)
Pneumonie: Lungenentzündung

Unterschiede COVID-19 | Influenza

BezeichnungCOVID-19Influenza
Gestörter Geruch- und GeschmackssinnJa (15-50%)Ja (10-40%)
LungenembolienJaJa
Virenspuren nachweisbar in andren OrganenJaJa
Schädigung des HerzensMöglichMöglich
Vieren-Zugang ins zentrale NervensystemMöglichMöglich
FolgeschädenMöglich (noch nicht vollständig geklärt)Möglich, aber Ausnahmen

Soweit die Erkenntnisse bis vor wenigen Wochen. Inzwischen weiß man durch Obduktionen, dass COVID-19 durchaus mehr anrichten kann. Kommt das Virus in den unteren Atemwegen, kann es die Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen befallen. Diese sind für den Gasaustausch zuständig, tauschen also verbrauchte, CO2-haltige Luft mit frischen Sauerstoff aus. Eine gesunde Lunge hat 300.000.000 Alveolen (bei Rauchern entsprechend der Dauer und Stärke weniger).

Gelangen die Coronaviren (SARV-Cov-2) in den unteren Atemwegen, schädigen sie dort die Zellen und es entstehen Entzündungen. Dies führt dazu, dass das Immunsystem totes Gewebe in Richtung Alveolen führt und ablagert. Es kommt zur einer Lungenembolie, also ein Verschluss eines Blutgefäßes in der Lunge. In Folge dessen kommt es zu einem erschwerten Gasaustausch und der Patient bekommt Atemnot.

Kaum zu Glauben das man noch vor wenigen Monaten Rauchen als Chance gegen COVID-19 ansah. Vorteile versprach man sich vom Nikotin und wollte an Pflege-Personal Studien durchführen…

COVID-19 und Organschäden

Coronavirus-MaskeNeben der Lunge kann der Coronavirus COVID-19 scheinbar den ganzen Körper angreifen, so aktuelle Untersuchungen¹. Kommt der Virus einmal über die Lunge in den Blutkreislauf (über den erwähnten Gasaustausch), kann er sich im ganzen Körper verteilen. So kann er sich an den Innenwänden der Gefäße andocken. An Blutgefäße, aber auch den Innenwänden der Organe (Niere, Darm, Herz, Gehirn, …). An den Zelloberflächen ist das Enzym ACE-2 verankert, dass den Blutdruck reguliert. Leider ist COVID-19 in der Lage, über dieses Enzym anzudocken. ACE-2 dienst somit als ungewollter Rezeptor und ermöglichst COVID-19 den Eintritt in die Zelle. Es kommt in der Folge zu Zellschädigungen und Gerinnsels (Thrombose). Diese können zu Verstopfungen im Kreislauf oder den Organen führen. ACE-2 gelangt dann ebenfalls in die Zelle und bringt den Blutdruck durcheinander. Es kann in Folge zu einer Mangeldurchblutung kommen, zu Infarkten, geschwollene Finger und Zehen. Vor allem die Nieren können sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber auch der Darm, wo es zu Durchfall und anderen Verdauungsstörungen können kann. Betrifft es die kleinen Blutgefäße im Gehirn, kann es zu den bekannten Geschmacks- und Geruchsstörungen kommen.²

COVID-19 und die Blutgruppe

Seit dem 12. Juni 2020 ist bereits bekannt, dass die Blutgruppe scheinbar eine nicht unscheinbare Rolle spielt¹³. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Christian-Albrechts-Universität, Kiel, haben in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe aus Norwegen in der weltweit ersten großangelegten genomweiten Studie neue Erkenntnisse gefunden. Die Studie wird in „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht werden.

Untersuchung an 1.980 Patienten aus Norditalien und Spanien hatte gezeigt, dass Menschen mit der Blutgruppe A ein um etwa 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 tragen. Menschen mit Typ-0-Blutgruppe hingegen waren um knapp 50 Prozent besser vor einer ernsten COVID-19-Erkrankung geschützt. Für die Kontrollgruppe wurden aus der Bevölkerung dieser Länder 2.205 zufällig ausgewählte Frauen und Männer gewonnen.

COVID-19 und Vorerkrankungen

Vorerkrankungen spielen eine maßgebliche Rolle neben dem Alter.

Inzwischen trifft es auch jüngere, wobei auch hier Vorerkrankungen eine große Rolle spielen. Nur wenige Verstorbene haben keine Vorerkrankungen. Folglich – eine ganzheitlich gesunde Lebensweise schützt zwar nicht vor eine Infektion, aber meist (nicht immer) vor schwere Verläufe.

(Diagramm: 10.000 Erwachsene die zwischen Februar und April in Deutschland klinisch behandelt wurden (The Lancet; Quelle)).

COVID-19 – die Lösung?

Bill Gates hält es für den einzig richtigen Weg, 7 Milliarden Menschen zu Impfen und erst dann zur Normalität zurück zu kehren, so ein Interview in der ARD Tagesschau⁶ am 12. April. In diesem Zusammenhang sollte man bedenken, dass er für 80% der Einnahmen der WHO verantwortlich ist¹⁵. Er betreibt mit seiner Frau die „Bill & Melinda Gates Foundation“, eine Stiftung die er von seinem Vater übernahm⁷. Ziele sind unter anderem die globale Gesundheit.

Inzwischen sind weltweit über 200 Impfstoffe in der Entwicklung. Gates ist bei allen aktuell forcierten Impfstoffen großzügiger Geldgeber. Es ist also alles andere als eine Verschwörungstheorie. Dazu gehört auch die Tatsache, dass laut Bundesregierung die Pandemie erst vorüber ist, wenn es eine Impfung gibt. Ein Ende sollte aber nicht durch einer Regierung bestimmt werden, sondern der gesundheitlichen Lage. Über BioNTech habe ich bereits kürzlich berichtet. BioNTech beliefert viele europäische Länder, darunter zu (voraussichtlich) 100% Deutschland.

In der Freien Presse Erzgebirge habe ich zudem einen informativen Beitrag gefunden, der über weitere Symptome sowie der Behandlung von COVID-19 aufklärt: Link als PDF.

COVID-19 – das Gesundheitssystem

Zumindest in Deutschland blieb im Frühjahr der große Kollaps aus. In der Saison 2020/2021 kann dies schon ganz anders aussehen – dies kann man jetzt im November nicht beurteilen.

Zwar stehen ITS-Betten bereit, aber zu wenig Personal. Man hat seit Mitte auf der zweiten Welle „gewartet“, aber kein Personal umgeschult oder anderweitig aufgestockt. Warum nicht?

Über Italien habe ich hier berichtet. In den USA gibt es zudem noch nicht einmal ein richtiges Gesundheitssystem, den guten Ansatz von Obama hatte Trump ja wieder abgeschafft. Viele Menschen können gar nicht zum Arzt gehen, weil sie die folgende Rechnung nicht begleichen können. Und so gibt es in den USA auch viel mehr Vorerkrankungen. Neben diesen Grund spielt natürlich auch die teilweise sehr ungesunde Lebensweise der Amerikaner eine wichtige Rolle.

Ein allgemeiner Blick nach Deutschland. Es ist kein Geheimnis das unser Gesundheitswesen ebenfalls kaputt gespart wurde. Zu wenig Personal und chronischer Ärztemangel bestimmen den Alltag. Laut Statista² gab es 2017 deutschlandweit rund 497.200 Krankenhausbetten verteilt auf 1.942 Krankenhäuser. Damit hat sich die Anzahl von Krankenhausbetten verglichen mit dem Jahr 1991 um rund ein Viertel verringert. Dennoch muss man sagen, aktuell gibt es genügend Kapazitäten was Intensivbetten und Beatmungsgeräte betrifft. Allerdings wohl unter anderem  auch auf Kosten von Patienten, die ihre OP (wieder wie im ersten Lockdown) verschieben müssen.

sciencemediacenter.de³ berichtet, dass es in Deutschland 1.160 Krankenhäuser mit intensivmedizinische Betten (ITS-Betten) gibt. So stehen 28.104 ITS-Betten laut DIVI Intensivregister zur Verfügung. Bezogen auf die deutsche Bevölkerung bedeutet das, dass rund 33 ITS-Betten pro 100.000 Einwohner zur Verfügung stehen. Dies ist im Vergleich überdurchschnittlich. In Italien gab es im Jahr 2010 nur 12,5 Betten pro 100.000 Einwohner, in den Niederlanden war es 2018 nur 7,1 Betten pro 100.000 Einwohner. Die skandinavischen Länder haben ähnliche Kapazitäten wie die Niederlande.

Aktuell³ – 23. November 2020 stehen von den 27.869 ITS-Betten 6.535 Betten zur Verfügung. 21.334 Betten sind belegt, ein geringer Bruchteil von COVID-19-Patienten, wie eine Darstellung der Helius-Kliniken verdeutlicht. So befinden sich am 23. November 242 Patienten mit COVID-19 auf Intensivstation und 1.096 Patienten ohne COVID-19. Regional schwankt es natürlich teilweise sehr.

Ich möchte an dieser Stelle COVID-19 nicht verharmlosen sondern einen Überblick zur Verfügung stellen, den man in den Medien kaum sieht.

Statistik

Coronavirus Ländervergleich bis KW 47
Coronavirus Ländervergleich bis KW 47

Diese Grafik kann man auch hier als interaktive Grafik immer aktualisiert öffnen.

Sinnvolle Präventionen

Regelmäßiges Händewaschen sollte auch ohne extra Aufforderung (auch ohne Corona) „normal“ sein. Wo viele Menschen zusammen kommen, sind auch Abstände von 1,5 Meter sinnvoll. Und auch eine Maske kann sinnvoll sein, wenn man Krank ist. In medizinischen Umfeld kann auch pauschal das Tragen einer Maske sinnvoll sein. Darüber hinaus sollten die Maßstäbe für einer Influenza-Infektion greifen. Da uns das Corona-Virus nicht mehr verlassen wird, müssen wir (bzw. unser Immunsystem) lernen damit zu leben. Wir leben mit unzähligen Viren und Bakterien zusammen, ohne direkt zu erkranken.

Neben den in Teil 2 gezeigten Säulen, kann zum Beispiel ein frischer Ingwer-Tee Wunder wirken. Kratzt es mir im Hals, schneide ich 4-5 Scheiben (Bio-) Ingwer und lass ihn im heißen Tee-Wasser 10 Minuten ziehen.  Präventiv geht das auch täglich. Auch Vitamin-C-haltige Obst- und Gemüse-Sorten sind gerade in dieser Jahreszeit wichtig. Darüber hinaus auch Knoblauch, der in der Lage ist, Viren und Bakterien zu töten. Empfehlen kann ich auch Superfoods wie Leinöl für den Salat, Vitamin C, Vitamin D (hier mehr dazu) sowie Kurkuma, als kleine Auswahl. Kurkuma ist fettlöslich, zusammen mit etwas Pfeffer wird die Aufnahme im Körper wesentlich verbessert. Diese Superfoods sind entzündungshemmend. Zusammen mit der anderen empfohlenen Ernährung, bringen sie echten Mehrwert über die Erkältungszeit hinaus.

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass COVID-19 nur teilweise mit der Grippe/ Influenza vergleichbar ist. COVID-19 zeigt viele Symptome die es bei der Grippe nicht gibt. Auch ist man mit „Grippe“ immer krank; kann mit COVID-19 auch gar keine Symptome zeigen (asymptomatischer Verlauf). Es ist auch nicht abschließend geklärt, ob man ohne Symptome Krankheitserreger weitergegen kann, ob man also infektiös ist¹⁴.

Die Inkubationszeit beträgt 14 Tage, durchschnittlich 5-6 Tage. Die Grippe überträgt sich innerhalb von 1-2 Tagen. Grundsätzlich ist gegen bestimmten Maßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung nichts einzuwenden. Aber sie sollten Sinn ergeben und auf Risikogruppen zugeschnitten sein, anstatt die komplette Wirtschaft, Kultur- und Unterhaltungs-Branche gegen Null zu fahren und damit Existenznöte zu schaffen.


Quellen / Fußnoten öffnen…

¹ https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2007621
² https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/covid-19-krankheitsverlauf-coronavirus-1.4897982
³ https://www.intensivregister.de/#/intensivregister?tab=kartenansicht
https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2019_2020/2020-18.pdf
https://orf.at/stories/3169123/
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-05-09-de.pdf?__blob=publicationFile
https://orf.at/corona/stories/3157533/
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/kid_2019_c33_c34_lunge.pdf?__blob=publicationFile
https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_in_zahlen
¹⁰ https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/verbreitung/index.html
¹¹ https://dhs.de/datenfakten/alkohol.html
¹² https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98062/Drei-Millionen-Todesfaelle-jaehrlich-durch-Alkohol
¹³ https://healthcare-in-europe.com/de/news/schwerer-verlauf-von-covid-19-welche-rolle-spielt-die-blutgruppe.html
¹⁴ https://deutsch.rt.com/international/109526-studie-aus-wuhan-kein-beweis/



HINWEIS

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Torsten Seidel Hier schreibt: Torsten Seidel
Gesundheits-Blogger mit Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsberater (fachliche Bez.: "Fachkompetenz für holistische Gesundheit"). Mehr Informationen in "Über mich". Gern beantworte ich auch Leserfragen. | Beiträge abonnieren mit RSS-Feed.


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