Erfahrungen im GlaubenLesezeit ~ 9 Min.

Von Torsten Seidel, aktualisiert am 28. September 2022

StressVision verbindet wissenschaftliche Fakten aus dem Stress-Management mit biblische Prinzipien. In diesen Beitrag möchte ich einmal über ganz persönliche Erfahrungen im Glauben sprechen, die in das Thema passen. Eigentlich könnte man das (fast) täglich. Aber vieles wird in dieser hektischen Welt viel zu schnell vergessen…

Kurz notiert – eine Glaubenserfahrung

Als Autor von StressVision möchte ich ein paar Erfahrungen und Gedanken mit Euch zu teilen. Vieles ist geschehen, doch dazu später.

Ich bin in einem christlichen Elternhaus groß geworden. Der Glaube war immer schon gegenwärtig, anders als bei jenen, die erst später aufgrund großartige Ereignisse dazu kamen. Aber dennoch habe ich immer gemerkt, dass Gott da ist. Viele Ereignisse gab es in der Schulzeit, später bei der Ausbildung zum Energieelektroniker oder danach beim Zivildienst. Abläufe, die nicht selbstverständlich waren.

Denn heute scheint es bei der Ausbildungssuche kaum noch Probleme zu geben – es gibt wohl eher Probleme (motivierte) Lehrlinge zu finden. Damals war es aber nicht so einfach. Ich war schon für das Überbrückungsjahr angemeldet, da öffnete sich doch noch eine Tür.

„Mach Dir keine Sorgen“ – Gott sorgt für uns

Nun gehe ich einen großen Sprung weiter. Inzwischen bin ich seit 2006 selbstständig. Zwar nicht in dieser Branche, aber dennoch anfangs im Elektronik- / Computer-Bereich. Seit 2010 bin ich Webdesigner und wie das als Selbstständiger so ist, mit Höhen und Tiefen. Im Matthäus-Text sagt Jesus:

„Darum sage ich Euch: Sorgt Euch nicht um Euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um Euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?“.

Matthäus 6, Vers 25

Ich habe viele Monate erlebt, wo mein Kontostand nicht zu meiner Buchhaltung gepasst hat. Wo eigentlich eine rote Zahl hätte stehen müssen, doch eine schwarze Zahl stand. Und meine Buchhaltung war sauber. Doch Gott sorgt für uns! Auch was die Gesundheit betrifft, schenkt Gott Heilung, wenn auch nicht immer sofort. Denn wir sollten aus Situationen auch lernen. Oft durfte ich das spüren, auch bei meinen Eltern oder im (Chr.) Freundeskreis.

„Sei unerschrocken und sei nicht verzagt!“

Dezember 2016 hatte ich einen Verkehrsunfall. Ich fuhr spät Abend von Chemnitz Richtung Annaberg nach Hause. Doch gut 8 km vor meinem Ziel kam es zu einem Unfall, bei dem insgesamt 5 Fahrzeuge beteiligt waren. Ich hatte einen Totalschaden. So auch die anderen beteiligten Fahrzeuge, bis auf den Verursacher. In so einem Moment ist allerdings die Gesundheit am wichtigsten. Gott sei Dank gab es kaum Verletzte, mir war ebenfalls nichts Ernstes passiert. Ich war nur zwei Tage später noch mal im Krankenhaus, da ich Schmerzen im Genick hatte, die sich aber als harmlos herausstellten, kein Schleudertrauma.

Im Handgelenk hatte ich längere Zeit später so starke Schmerzen, dass ich nachts aufgewacht bin und das Gelenk kaum bewegen konnte. Es war Freitag und man hat mich im Krankenhaus wegen Auslastung wieder nach Hause geschickt. Montag war ich wieder im Krankenhaus, wo man aber nichts feststellen konnte. Die Schmerzen gingen dann auch rasch wieder vorbei, ich bekam nur eine Fixierung der Hand bis zum Ellenbogen. Für mich ein Wunder. Zum Unfall selbst möchte ich an dieser Stelle nicht mehr sagen, außer dass ca. 3 Wochen später ein Schreiben der Staatsanwaltschaft im Briefkasten lag. Ich wurde beschuldigt, fahrlässig gehandelt zu haben. Die anderen Beteiligten bekamen das gleiche Schreiben, wie ich später erfuhr. Ich übergab es meinen Anwalt und legte das Ganze in Gottes Hand. Und es geht wirklich, „Mach Dir keine Sorgen“, sagt Jesus. Ich konnte es abgeben, wenn ich auch immer wieder daran denken musste. Vor allem auf dem Weg zum damaligen Büro, der Unfall ereignete sich auf meiner täglichen Strecke.

Diese Situation zeigt deutlich, dass der Glaube auch in der Stressbewältigung eine zentrale Rolle spielen kann. Denn ohne diesen festen Halt und Zusage wäre ich in dieser Zeit kaputtgegangen. Mir hätte es nicht geholfen, mich im Schneidersitz zu setzen und mich im Yoga innerlich fallen zu lassen. Wahre Kraft kommt aus einer anderen Richtung.

Erfahrungen im Glauben

Ein sehr toller Moment ergab sich ebenfalls gleich zu Beginn, nach dem Schreiben von der Staatsanwaltschaft. Ich hörte einen Vortrag an. Das genaue Thema weiß ich nicht mehr, aber am Ende kam Josua 1,9 „Habe ich Dir nicht geboten, dass Du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, Dein Gott, ist mit Dir überall, wo Du hingehst!“. Am Mittag ging ich zu meinen Eltern. Ich sah mir den christlichen Kalender an der Wand an, als Monatsvers kam Josua 1,9. Ich glaube, deutlicher kann Gott nicht sprechen! Wenige Wochen später habe ich das Schreiben meines Anwalts erhalten, dass das Verfahren eingestellt wurde! Damit konnte ich endlich dieses dunkle Kapitel hinter mir lassen… Gott ist gut.

Es gab bereits 2015 und 2016 zwei Vorfälle, als ich mit dem Auto wohin wollte, doch nicht loskam. Einmal wollte ich vom Büro los, musste aber noch kurzfristig etwas fertig machen. Das andere Mal gab es Probleme mit dem Auto und ich brach die Fahrt ab. Beide Male hatte ich kurz danach in Facebook eine Unfallmeldung gelesen, zu exakt der Zeit, in der ich an der Stelle hätte durchfahren müssen. Zufall? Nein, für mich gibt es im Leben keine Zufälle.

Auch Jahre vor dem Unfall gab es einen Moment, den ich nicht vergessen kann. Ich fuhr in der Innenstadt von Chemnitz über einer Kreuzung. Ich hatte Grün. Auf einmal fuhr mit hoher Geschwindigkeit ein Auto von rechts über die rote Ampel vor mir vorbei. Es war so, als ob ich einen Schatten zuvor gesehen habe und bremste. Das waren Bruchteile von Sekunden. Gott hatte hier im wahrsten Sinne seine schützende Hand im Spiel!

Das Zeitproblem gelöst

Auch was die Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsberater betraf, löste Gott mein Zeitproblem. Wie, kann ich heute nicht mehr sagen. Aber ich hatte jeden Tag meine 90 bis 120 Minuten zum Lernen. Nach der Ausbildung habe ich diese Zeit zum Aufbau des neuen Nebenerwerbs nur noch selten gefunden, bei gleichbleibender Auslastung durch Aufträge. Gott hat etwas anderes vor. Wo es jedoch absolut nötig war, habe ich die Zeit gefunden und trotzdem keine Verluste eingefahren.

Dies ist auch nur ein Beispiel. Vor allem, wenn man sich mit Glaubensthemen befasst, merke ich, wie diese Extrazeit geschenkt wird. Denn würde ich mich stattdessen mit Nebensächlichkeiten beschäftigen, fehlt genau diese verdaddelte Zeit.

Dankbarkeit

„Dankbarkeit“ ist ein Teil der Ausbildung der IHK-Weiterbildung gewesen. Dies natürlich auch neutralen Boden, also ohne geistigen Hintergrund. Dankbarkeit betrifft uns alle, denn es gibt viele Momente, für die man dankbar sein kann. Doch im geistigen Kontext wird die Dankbarkeit und der Demut noch ein Stück nach oben gehoben.

Im „Danken liegt Segen“, heißt es in einer Liedstrophe. Wer dankbar und zufrieden durchs Leben geht, ist Studien zufolge, der glücklichere Mensch. Jeden Abend den vergangenen Tag Revue passieren lassen und nachdenken, worüber man dankbar sein kann, macht zufrieden. Ideal ist es, wenn man diese Momente noch aufschreibt, um sich in dunklen Momenten daran zu erinnern. Und auch wenn alles schiefgeht, so gibt es nahezu immer auch etwas Gutes. Schon wenn wir gesund sind, ist das nicht selbstverständlich.

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Torsten Seidel Hier schreibt: Torsten Seidel
Gesundheits-Blogger mit Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsberater (fachliche Bez.: »Fachkompetenz für holistische Gesundheit«) mit Spezialisierung in Stressmanagement (IHK). Mehr Informationen in »Über mich«. Gern beantworte ich auch Leserfragen. | Beiträge abonnieren mit RSS-Feed.

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