Yoga als Christ?Lesezeit ~ 9 Min.

Von Torsten Seidel, aktualisiert am 27. September 2022

Yoga spielt in immer mehr Bereiche eine zentrale Rolle. In der allgemeinen Stressbewältigung ist es zudem fester Bestandteil. Doch sind diese Übungen und Praxen für jedermann, speziell für Christen, geeignet? Was steckt dahinter und was ist der Ursprung? Darauf möchte ich in diesem Beitrag genauer eingehen.

Sucht man auf Google nach „Yoga“ wird der Suchende mit 1.870.000.000 Ergebnisse1 bombardiert. In den allermeisten Ausbildungen in der Stressbewältigung spielt Yoga, aber auch verwandte Praktiken wie Zeitreisen eine zentrale Rolle bei der Entspannung. Für mich war das ein echtes Problem, da ich dies völlig ablehne. In meiner Weiterbildung war es schlussendlich nur ein kleiner Bestandteil und da Fernausbildung, auch nicht mehr das Problem.

Grundgedanken

Doch um meine Entscheidung, die sich natürlich auch auf meine Angebote und Vorgehensweisen niederschlägt, zu verstehen, möchte ich einmal meine Bedenken beschreiben.

Yoga als Christ?
Yoga als Christ?

Yoga gehört gemeinsam mit Praktiken wie Akupunktur, Bachblüten-Behandlung, Reiki (Heilung durch Handauflegung, durch Fließen einer „universellen Energie“) und dem Mesmerismus (magnetische Heilströme) zu den okkulten Heilmethoden. Umstritten ist in dem Zusammenhang auch die Homöopathie, dessen Gründer Samuel Hahnemann ebenfalls dem Okkultismus extrem nahestand. Bei all diesen Heilmethoden muss man schauen, was der Ursprung war und was damit bezweckt wurde.

Die oft beliebten Akupunktur beispielsweise kommt aus der chinesischen Medizin und hängt mit dem Ying-Yang-Prinzip zusammen, also dem Gleichgewicht von Gut und Böse. In der Akupunktur gibt es bestimmte Punkte am / im Körper, die sogenannten Meridiane. Man glaubt, dass die Lebensenergie „Qi“ einen bestimmten Weg durch den Körper fließt. Wenn es keine Barrieren gibt, ist der Mensch gesund. Wenn nicht, werden bestimmte Meridiane, auch Akupunkturpunkte, gedrückt, um die Blockade zu lösen. Das Ergebnis kann durchaus die Gesundung sein. Doch ist die Praxis okkulten Ursprungs. Die Meridiane sind auch nicht identisch mit Nerven und Nervenbahnen, die tatsächlich Heilung bringen würden.

Was steckt hinter Yoga

Nun aber zum ursprünglichen Thema: Yoga und sein esoterischer Hintergrund. Es ist eine Philosophie aus Indien, inspiriert vom Buddhismus und Hinduismus. „Yoga“ kann man mit „Eins-Werden“ übersetzen. Körper und Geist sollen sich verbinden. Durch die Übungen soll man zur Erleuchtung finden, was im Yoga der höchste Bewusstseinszustand ist.

Der Ursprung liegt in der Chakren-Lehre. Man glaubt, dass es in der Mitte des Menschen 7 Punkte, die Chakren-Punkte, gibt. Dies wird auch als „innere Mitte“ bezeichnet, durch der die Lebensenergie fließt. Man glaubt, durch Konzentration auf sich selbst, kann das Göttliche in dir selbst entwickelt werden. Blockaden lösen sich, freie Schwingungen sind wieder möglich, Entspannung stellt sich ein.

Die Yoga-Lehre glaubt nicht an einen Gott außerhalb des Körpers. Stattdessen an eine göttliche Kraft im Inneren, die durch Konzentration freigesetzt werden soll. Dadurch soll sich der Mensch auf einer höheren Bewusstseinsstufe stellen können, was Gesundheit und ein besseres Leben zur Folge haben soll, das heißt, eine Art Bewusstseinserweiterung. Hinzu kommt, dass der Glaube herrscht, um so mehr Menschen dies weltweit tun, wird die Menschheit von Krankheit erlöst.

Letztlich ist diese Denkweise aus dem New-Age. Diese Bewegung glaubt nicht an einen Gott, sehr wohl aber, dass jeder Gott sein kann. Und auch da spielt die Bewusstseinserweiterung eine wesentliche Rolle.

Die Chakren-Lehre

Die einzelnen Punkte der aus Indien stammenden Lehre stehen für:

Chakren-Yoga
Die 7 Chakren im Yoga
  • 7 ⇨ Kronen-Chakra ⇾ Spiritualität, Bewusstheit, universellen Bewusstsein, höchste Erkenntnis
  • 6 ⇨ Stirn-Chakra ⇾ Wahrnehmung, Intuition, Erkenntnisse, Willenskraft
  • 5 ⇨ Hals-Chakra ⇾ Ausdruck, Kommunikation, Inspiration, Offenheit
  • 4 ⇨ Herz-Chakra ⇾ Beziehung, Liebe, Mitgefühl, Herzenswärme, Heilung
  • 3 ⇨ Solarplexus-Chakra ⇾ Wille, Macht, Persönlichkeit, Weisheit, Verarbeitung von Erlebnissen und Gefühlen
  • 2 ⇨ Sakral-Chakra ⇾ Sexualität, Erotik, Gefühle, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit
  • 1 ⇨ Wurzel-Chakra ⇾ Erdung, Überleben, Instinkt, Urvertrauen, Stabilität, Durchsetzungsvermögen

Auffallend ist der Grundgedanke, alles aus sich selbst heraus zu schaffen. „Du schaffst das!“ „Gaube an dich (selbst)“.

Chakren verfügen alle über eine unterschiedlich hohe Schwingung. Sie haben ihren Sitz im feinstofflichen Körper entlang der Wirbelsäule, so „yogazeit.at“. Die gleiche Quelle beschreibt die Krone so: „Bittest du um höhere Führung? Wer bist du, wenn du weder Körper noch Geist bist? Meditierst du regelmäßig? Welchem spirituellen Weg folgst du?“

Ich möchte nicht tiefer ins Detail gehen. Aber jeden Christen sollte klar sein, dass dies nichts mit christlichen Glauben zu tun hat.

Der Sonnengruß

„Der Sonnengruß (Sanskrit, wörtl.: Ehre sei dir, Sonne) auch ‚Sonnengebet‘ oder ‚Gruß an die Sonne‘ genannt, ist eine Abfolge von (normalerweise) zwölf Yoga-Haltungen, die dynamisch, das heißt im Atemrhythmus ineinander übergehend, geübt werden.“ So beschreibt es Wikipedia. Mit dem Sonnengruß, soll der Sonne und der Gottheit Ehrfurcht, Demut und Dankbarkeit entgegengebracht werden. Dies zeigt sich auch in der Haltung mit den gefalteten Händen und der Verbeugung.

Ein Video zur Verdeutlichung habe ich hier gefunden. Ursprünglich hat sich der Yogi (der Yogapraktiker) in Richtung Osten gedreht, der aufgehenden Sonne zu. Verbeugen sich wahrhaftige Christen vor der Sonne?

Resümee

Erleuchtung, die man bei Yoga erlangen will, findet sich auch in der heiligen Schrift. Da ist es der Heilige Geist Gottes, der mich erleuchtet. Dies ist eine Kraft, die ich nicht in mir selbst habe. Als Jesus gen Himmel aufgefahren ist, sagte er zuvor zu den Jüngern: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ (Apostelgeschichte 1,8) Dies ist wahre Kraft Gottes!

Niemand kann sich selbst erleuchten, wie es in Yoga gelehrt wird. Erleuchtung und Erlösung kann nur einer geben, Jesus Christus. Das ist ein Geschenk. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sollen laut Bibel jederzeit wachsam bleiben. Das heißt, unsere Sinne schärfen, um Verführungen Satans zu erkennen, wie unter anderem in Epheser 6,18, 1.Korinther 16,13 oder noch deutlicher in 1.Petrus 5,8.

Schlussendlich muss jeder Christ für sich entscheiden. Aber Kompromisse werde ich für mich nicht eingehen. Ich kann zwar sagen, es sind praktische Dehnübungen und der Atmung dient es auch. Doch ist der Hintergrund mit meiner christlichen Haltung nicht in Übereinstimmung zu bringen.

Fernöstliche Religionen, New-Age und Chakren-Lehre passen nicht in die Haltung Jesu Nachfolger. Als Christen sollten wir uns stattdessen fragen, ob die Bibel keine anderen Möglichkeiten bietet? Kann man gewöhnliche Gymnastik-Übungen nicht auch ohne Yoga-Charakter durchführen? In einer aktiven Stressbewältigung ist Yoga meiner Ansicht nach nicht nötig, da es andere zielführende Möglichkeiten gibt.

Einen interessanten Bereich hat auch jesus.ch veröffentlicht: „Ex-Yoga-Lehrer berichtet – Warum christliches Yoga ein Widerspruch ist“. Er berichtet, wie in den Zentren Buddha-Statuen stehen und an den Wänden Bilder von Hindu-Gottheiten hingen und esoterische Literatur lag. Er ist sich heute sicher: Sobald sich ein Meditierender tiefer auf das Ganze einlässt, kommt er nicht um die fernöstlichen Grundsätze herum.

Manche Christen sagen, Yoga sei eine neutrale Stretching-Technik. Dieser Darstellung widerspricht Ex-Yoga-Lehrer Mike Shreve. Er leitete einen Aschram, ein klosterähnliches Meditationszentrum und war selbst Schüler von Yogi Bhajan. «Dabei lernte ich die geistliche Welt von Yoga kennen und daher sage ich heute: Kein Christ sollte Yoga ausführen»

Zitat, jesus.ch / Mike Shreve

Fragen und Antworten

1 Stand: 13.07.2022

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Torsten Seidel Hier schreibt: Torsten Seidel
Gesundheits-Blogger mit Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsberater (fachliche Bez.: »Fachkompetenz für holistische Gesundheit«) mit Spezialisierung in Stressmanagement (IHK). Mehr Informationen in »Über mich«. Gern beantworte ich auch Leserfragen. | Beiträge abonnieren mit RSS-Feed.

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