Was ist eine InsulinresistenzLesezeit ~ 5 Min.

Von Torsten Seidel, aktualisiert am 15. Juni 2021

Spricht man über Diabetes, muss man sich auch mit seiner Entstehung auseinandersetzen. Das Thema „Insulinresistenz“ als Grundmisere habe ich schon in einen größeren Beitrag angesprochen. Deshalb hier noch einmal ganz kompakt und doch verständlich erklärt.

Wie entsteht eine Insulinresistenz?

„Ich habe Zucker“ ist die Aussage vieler Diabetiker. Doch ist das „zuckersüß“ oder doch eher bitter? Diabetes betrifft viel zu viele Menschen. Doch wie kommt es bei Typ-2-Diabetes zur Insulinresistenz?

Ich möchte es veranschaulichen und mit einem Beispiel erklären.

Stell dir vor, es klingelt an der Tür. Ein Bote, der leckere, gebratene Asia-Nudeln vorbeibringt. Du freust dich und isst sie mit Genuss. Am nächsten Tag kommt der Bote wieder mit Asia-Nudeln im Gepäck und sie sind ebenso schmackhaft wie am Tag zuvor. Und so geht das Tag für Tag. Der nette Bote bringt jeden Tag eine Box der leckeren Asia-Nudeln vorbei.

Thai-Nudeln
Gebratene Asia-Nudeln

Doch mit der Zeit entwickelt sich aus dem Genuss eine Abneigung gegenüber Nudeln und den nervigen Boten, der sie jeden Tag bringt. Du hast es irgendwann satt und wirst die Tür nicht mehr öffnen. Mit der Zeit nimmst du auch das Klingeln nicht mehr wahr. Du bist „Nudel-Bote-Resistent“ geworden.

Da du auch eine Tätigkeit hast, die wenig anstrengend ist, vermisst du die Asia-Nudeln als Energie-Quellen überhaupt nicht. Allerdings wirst du dich ab und an doch etwas mehr anstrengen und Hunger bekommen. Das ist ganz normal. Du wirst den Lieferservice anrufen und etwas im Asia-Restaurante bestellen, weil es sonst keinen anderen Lieferservice gibt.

Kaum siehst du den Boten – bleibt die Tür zu. Und weil du die Tür nicht mehr öffnest, wird der Bote Verstärkung mitbringen, um endlich deinen Hunger zu stillen und die Nudeln abliefern zu können. Du nimmst es zwar nicht mehr wahr, aber plötzlich stehen vor deiner Tür immer mehr Asia-Nudel-Boten.

Die Parallelen – sehr real

Was für eigenartige Geschichte, die so natürlich völliger Quatsch ist. Aber die Parallelen sind leider bei Millionen Menschen sehr real:

Unser Nudel-Bote steht für das Insulin. Die Nudeln sind das Glucose. Deine Tür ist der Eingang zur Zelle und du bist die Zelle die Energie braucht, um zu existieren und die Arbeit ausführen zu können. Das Asia-Restaurant steht für die Bauchspeicheldrüse, die das Glucose auf Anfrage der Zelle produziert und zur Zelle schickt.

Glucose als Brennstoff

Bei Diabetes denkt man als Erstes an Nahrung mit zu viel Zucker wie Süßigkeiten, Backwaren, gesüßte Früchte oder sonstige süße Leckerein. Doch sind es alle Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Kohlenhydrate enthalten. Auch ungünstige Fette, Auszugsmehle für helles Brot oder Brötchen sowie polierter Reis (weißer Reis) wirken sich zusammen mit anderen Faktoren wie Bewegungsmangel, fehlendes Sonnenlicht und einer gewissen Übermäßigkeit ungünstig auf die Gesundheit aus.

Was ist Insulinresistenz?
Was ist eine Insulinresistenz

Unsere Zellen brauchen Zucker (Glucose) als Brennstoff. Insulin ist das Protein, welches für den Transport verantwortlich ist. Im Gegensatz zu der Geschichte klingelt es aber nicht, es hat den passenden Schlüssel. Damit kann das Insulin Andocken und das Glucose abliefern. Insgesamt hat eine gesunde Zelle 20.000 solche Andock-Stellen (Rezeptoren).

Durch einer Übermäßigkeit wird die Zelle jedoch Resistent gegen den Boten – das Insulin. Mit der Zeit wird es immer weniger Türen öffnen können. Nur noch ca. 5.000 Türen gehen schlussendlich auf. Doch die Zelle braucht nach wie vor Glucose als Energie-Quelle.

Die Zelle wird also in der Bauchspeicheldrüse mehr Glucose anfordern (unser Asia-Restaurant). Damit steigt der Insulinspiegel weit an und natürlich auch der Blutzuckerspiegel. Wird dies nicht erkannt, kann es ernste Folgen haben.

Mit fortschreitender Zeit wird die Zelle den Brennstoff Glucose wechseln. Der Organismus wird Fette abbauen, die die nötige Versorgung gewährleisten. Doch sind Fette nicht der bevorzugte Brennstoff. Der Körper geht in die Ketose, die weitreichende Folgen haben kann. Die ersten Anzeichen kann man im Atem riechen (ein Mundgeruch wie Nagellackentferner oder faules Obst).

Insulinresistenz – die Situation ändern

Deshalb: die Situation ist nicht in Stein gemeißelt. Auch wenn die Gene nächster Verwandter eine Gefahr für Diabetes mit sich bringen, ist es erst der Lebensstil. Ein Spruch sagt:

„Die Gene laden das Gewehr, aber der Lebensstil betätigt den Auslöser“

Neben medikamentöser Behandlung raten auch viele Ärzte zu einer Umstellung der Ernährung. Laut Studien auf denen ich in einen der kommenden Beiträge genauer eingehen werde, kann man schon in kurzer Zeit fantastische Resultate erreichen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Tipp: Ernährungsplan für Diabetes mellitus zum Download*

Du bist gefragt!

Hast Du Anregungen, Ergänzungen oder Fragen? Dann freue ich mich über einen Kommentar. Teile gern den Beitrag. Ich bin für jede Unterstützung dankbar. Passende Literatur zu diesen und weiteren Themen habe ich hier zusammengestellt.

HINWEIS
Beiträge werden ↻ aktualisiert, wenn es neue Erkenntnisse durch Studien oder Forschungen gibt.

Torsten Seidel Hier schreibt: Torsten Seidel
Gesundheits-Blogger mit Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsberater (fachliche Bez.: "Fachkompetenz für holistische Gesundheit"). Mehr Informationen in "Über mich". Gern beantworte ich auch Leserfragen. | Beiträge abonnieren mit RSS-Feed.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzbedingung zur Kenntnis genommen.