Diabetes – die SymptomeLesezeit ~ 7 Min.

Von Torsten Seidel, aktualisiert am 11. Juni 2021

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, die 10 % der deutschen Bevölkerung betrifft. Im Schnitt vergehen 8 Jahre, bis die Krankheit erkannt wird. Bei jeden Zweiten bleibt Diabetes unerkannt. Ich möchte hier einmal ein paar Symptome aufzeigen.

Liste der wichtigsten Symptome von Diabetes

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die auf Diabetes hindeuten. Leider ist es nicht immer eindeutig, wie viele Betroffene Wissen. Es vergehen oft unnötig viele Jahre, bis es oft durch „Zufall“ erkannt wird.

Im Folgenden die wichtigsten Symptome (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Der Typ-2-Diabetiker hat vermehrt starken Durst und muss infolgedessen natürlich ständig Wasserlassen. Dies kommt daher, weil der Organismus versucht, den übermäßigen Glucose-Gehalt im Blut des chronisch erhöhten Blutzuckerspiegels zu reduzieren. Das Glucose soll über den Urin ausgeschieden werden. Deshalb wurde vor vielen Jahrzehnten der Urin abgeschmeckt. Glücklicherweise gibt es heute andere Methoden.
  • Aufgrund der geringen Glucose-Aufnahme der Zellen kommt es zur Müdigkeit und zu einem Leistungsabfall. Unsere Zellen sind auf Glucose als Brennstoff angewiesen.
  • Aufgrund einer Mangeldurchblutung kommt es zu Blutgefäßschäden und infolgedessen zu schlecht heilenden Wunden.
  • Auch ein hoher Cholesterinspiegel kann auf Diabetes hindeuten. Dies, weil ein Insulinmangel die Cholesterin-Produktion vorantreibt.
  • Schlechter Atem. Kommt es zu Gerüche wie Nagellackentferner oder faulen Obst im Atem, ist dies ein Hinweis, dass Fette als Energielieferant verbrannt werden. Die Zellen bauen Fette ab, weil zu wenig Glucose in die Zelle geschleust wird. Es entstehen Ketonkörper, sogenanntes Aceton (infolgedessen ein Acetongeruch der Atemluft).
  • Meist bei Typ-1-Diabetes: Gewichtsabnahme. Dazu kommt es, weil keine Glucose als Energielieferant zur Verfügung steht (weil Insulin als Transportmittel fehlt). Stattdessen wird auf Fett und Eiweiß aus den Muskeln zurückgegriffen. Die Folge ist eine Gewichtsabnahme.
  • Aufgrund psychischer Probleme (auch Depression) sowie Heißhungerattacken kann es zur Gewichtszunahme kommen und im folgenden Verlauf zu Diabetes.

Es werden oft nicht alle Symptome zeitgleich sein. Am zuverlässigsten wäre hier ein Diabetes-Test. Aber dieser wird oft erst im späteren Verlauf bei einer Routine-Überprüfung oder konkreten verdacht gemessen. Die Liste ist eigentlich überschaubar. Und nur weil vor allem nachmittags eine gewisse Müdigkeit herrscht, muss kein Diabetes vorliegen. Aber es kann.

Ganz Typisch wäre jedoch das vermehrte Durstgefühl und die entsprechenden Toilettengänge. Dies kann jedoch auch auf anderen Krankheiten hindeuten. Deshalb sollten Symptome von einem Arzt abgeklärt werden.

Folgeschäden durch Diabetes mellitus

Diabetes-Symptome
Folgeschäden durch Diabetes mellitus

Leider gibt es durch Diabetes Typ-2 etliche teilweise schwere Komplikationen im ganzen Körper.

Ein großes Problem ist die Entstehung von Arteriosklerose, die bei Diabetikern deutlich schneller entstehen kann. So sind die ersten Leidtragenden eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels die kleinen und großen Blutgefäße.

Die Wände der Blutgefäße verlieren ihre Elastizität und können innerlich verdicken. Gleichzeitig beeinflusst ein hoher Blutzuckerspiegel den Gerinnungsfaktor. Das Ergebnis ist ein dickflüssiges Blut. Mögliche Folgen können Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen sein.

So ist die Todesursache Nummer eins bei Diabetikern der Herzinfarkt. Diabetiker haben ein 10 Mal höheres Risiko. Dabei haben Diabetiker nicht die typischen Symptome, da ihre Nerven angegriffen sind. Diabetes-Medikamente erhöhen zudem das Risiko zusätzlich.

Weitere Folgen können sein:

  • Nervenschäden: Aufgrund der Schädigung der Blutgefäße, die auch die Nerven versorgen, kommt es zur „diabetischen Neuropathie“. Dies kann sich u.a. in Wadenkrämpfe und Nervenschmerzen zeigen.
  • Auch Demenz kann laut aktuellen Untersuchungen im engen Zusammenhang mit Diabetes stehen. Morbus Alzheimer wird auch als Typ-3-Diabetes bezeichnet, auch wenn nicht jeder Diabetiker Alzheimer bekommen wird. Aber die beiden Krankheiten stehen in enger Verbindung².
  • Durchblutungsstörungen mit Folge eines „diabetischen Fußes“: Beim diabetischen Fuß sind die kleinen Blutgefäße an den Zehen oder der Ferse so geschädigt, dass Gewebe abstirbt. Es entsteht ein Gangrän (abgestorbenes Gewebe), dass mit einer Amputation endet. Statistisch muss alle 30 Sekunden ein Diabetiker eine Amputation über sich ergehen lassen! Der Großteil der 60.000 Amputationen, die jährlich durchgeführt werden, wurde erst durch den Folgen eines Diabetes nötig.
  • Augenprobleme: verschwommenes Sehen kann ein Hinweis auf Diabetes sein, weil sich der erhöhte Blutzuckergehalt auf der Linse ablagert. Doch auch der Augenhintergrund kann geschädigt werden. Statistisch haben 90 % der Diabetiker nach 20 Jahren Schäden am Augenhintergrund. Grüner und grauer Star mit der Gefahr bis zur Erblindung können die Folge einer Schädigung der Netzhautgefäße sein.
  • Folge des ständigen Harndrangs: Mineralstoffmangel und die Gefahr einer Austrocknung (Dehydration).
  • Diabetes kann auch eine Parodontitis, also eine Entzündung des Zahnhalteapparates zur Folge haben oder diese begünstigen.
  • Schlussendlich ist auch das Infektionsrisiko höher als bei Nicht-Diabetikern. Denn ein hoher Blutzuckerspiegel unterdrückt das Immunsystem.

Was sagen die Blutwerte?

Den Blutzuckerspiegel kann heute jeder selbst prüfen, der ein entsprechendes Messgerät hat. Diese gibt es oft schon sehr preiswert*.

Doch was genau sagen die Werte? Im Folgenden der Nüchternblutzucker, nach 8-12 Stunden Nahrungskarenz¹:

  • unter 95 bis 100 mg/dl (5,3 bis 5,6mmol/l) ⤑ normaler Wert, gesunder Mensch
  • 100 bis 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l) ⤑ Prädiabetes
  • über 125 mg/dl (6,9 mmol/l) ⤑ Diabetes

Die Werte können von Mediziner zu Mediziner und Quelle leicht abweichen. Es gibt zwei verschiedene Einheiten der Werte: mmoll/l und mg/dl. Der Umrechnungsfaktor ist 18.

Bereit umzudenken?

Schon allein die Symptome lassen nichts Gutes erahnen. Betrachtet man sich dann die Folgen, sieht es noch schlimmer aus. Doch das Gute: Es gibt einen Ausweg aus der Misere. Allerdings ist der eigene Wille gefragt, etwas im eigenen Leben zu ändern.

Denn die Ursache ist meist eine falsche Ernährung und Lebensweise. Auf einigen Ursachen bin ich bereits in diesen Beitrag genauer eingegangen. Darüber hinaus wird noch einiges zum Thema folgen.

Du bist gefragt!

Hast Du Anregungen, Ergänzungen oder Fragen? Dann freue ich mich über einen Kommentar. Teile gern den Beitrag. Ich bin für jede Unterstützung dankbar. Passende Literatur zu diesen und weiteren Themen habe ich hier zusammengestellt.


Quellen / Fußnoten öffnen… ¹ https://flexikon.doccheck.com/de/Pr%C3%A4diabetes
² https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=463&s=Alzheimer&typ=1&nid=24952

HINWEIS
Beiträge werden ↻ aktualisiert, wenn es neue Erkenntnisse durch Studien oder Forschungen gibt.

Torsten Seidel Hier schreibt: Torsten Seidel
Gesundheits-Blogger mit Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsberater (fachliche Bez.: "Fachkompetenz für holistische Gesundheit"). Mehr Informationen in "Über mich". Gern beantworte ich auch Leserfragen. | Beiträge abonnieren mit RSS-Feed.

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